Wie alles begann

Eine kurze Geschichte über die Manufaktur

Wege zurück in die Gemeinschaft, in das Arbeitsleben, in die Kommunikation, in die menschliche Gesellschaft – das war das Ziel der Beteiligung am Leben GmbH.

Im Rahmen eines sog. Zuverdienstes sollten Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen, die aus dem Arbeitsmarkt durch die Erwerbsunfähigkeitsrente komplett hinauskatapultiert waren, eine Aufgabe und einen Zuverdienst finden können.

Die Gründung

Nach der Gründung und dem Start im Sommer 2014 wurden im Jahr 2015 bereits die ersten Produkte unter anderem in den Räumen der benachbarten Schreinerei, die wir mit nutzen konnten, hergestellt. Pate stand dabei die Idee, durch selbstständige Tätigkeit Freude und Gemeinschaft entstehen zu lassen und dabei nutzbare und sinnvolle Dinge herzustellen.

 

Wir experimentierten mit Lehm, (Backöfen, Ziegel, etc), Holz und ein wenig mit Metall. Neben diesen Experimenten kam immer häufiger die Frage/die Idee auf, warum produzieren wir nicht für uns selbst? Betroffene erhalten einen adäquaten Arbeitsplatz, verdienen wieder Geld durch ihre Arbeit und finden damit erneut Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und in die eigene Wirkungskompetenz.

 

Die soziale Genossenschaft

Zahlreiche Diskussionen wurden geführt über die mögliche Form – eingetragener Verein, Gesellschaft – oder: Genossenschaft. Jemand fand im August 2014 ein Förderprogramm des Sozialministeriums zur Gründung einer neuen Form – der Sozialen Genossenschaft. Dieses Konzept überzeugte uns.  Die Fristsetzung war denkbar knapp – bis November musste die Satzung stehen, der Businessplan erarbeitet und die Mitglieder der Genossenschaft gefunden werden.

Treibende Kraft von der Idee bis zur Gründung war die erste Vorstandsvorsitzende Maria Boge-Diecker. Das Förderprogramm war der Startschuss – Besuche im Sozialministerium (StMAS), beim Genossenschaftsverband Bayern (GvB) fanden statt, die ersten Ideen wurden präsentiert. Diese bezogen sich auf die Herstellung von Lehmprodukten, vor allem Lehmbacköfen – Edith Almer besuchte einen Workshop und war damit die Expertin für diese Produktreihe – und Cajons – Hubert Schmucker verfolgte diese Idee sowohl technisch als auch als Anleiter.

Dann besuchte uns der GVB, hörte sich unsere Ideen an, gab Hinweise zum Inhalt und zum Zeitablauf. Der war knapp und forderte uns ziemlich heraus. Das StMAS verlängerte für uns den Antragszeitpunkt – und damit gelang uns, alle Anforderungen inkl. Durchführung einer Gründungsversammlung mit Wahlen zu Vorstand und Aufsichtsrat noch im Jahr 2014 zu erfüllen. Der Lohn: € 30.000 für 2 Jahre und die Begleitung und Unterstützung des Genossenschaftsverbandes Bayern.

Ein holpriger Start

Natürlich gelingt nichts einfach so und von allein – die Öfen wollten sich nicht verkaufen lassen, die Cajons gingen schleppend – aber es gab Arbeit für 9 Personen, Kontakte mit potentiellen Käufern und der Anlauf, ein eigenes Marketing und – sehr erfolgreich die eigene Buchhaltung aufzubauen. Harald Malcher gelang dies mit einem hohen Maß an Zielorientierung und Geduld.

 

Dieses waren die Haupterträge des ersten Jahres der eG. Arbeit, Erfolgserlebnisse, Gemeinschaft, Auseinandersetzungen um den besten Weg – all das kennzeichnete das erste Jahr, welches wirtschaftlich nicht den Erwartungen entsprach.

Dennoch – grundgelegt wurde der Keim von selbstständigem Handeln, die Erinnerung an und Neubelebung von Eigenständigkeit, das Gefühl, dazu zu gehören und ein wertvoller Teil eines Ganzen zu sein.

Die räumliche Nähe von Beteiligung am Leben und Genossenschaft erleichterte zu Anfang den Start, die Räume waren schön und gut erreichbar.

Im Herbst des Jahres 2015 kam mit Jürgen Schwandt als Verantwortlicher für die Produktion ein hauptamtlicher Schreiner zum Projekt.

Umzug in den Werkraum

Zum Jahrsende 2016 lief der Mietvertrag der Werkstatt aus und wir fanden eine neue Heimat im Werkraum. Die neuen Räumlichkeiten bieten uns eine Vielzahl neuer Möglichkeiten und das Zusammenwirken mit dem Team des Werkraums bereichert und inspiriert uns in der täglichen Arbeit.